Kunst - aehnlich aber anders.
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"Farbige Welt"

. . . 

Januar 2014:

online

Leben

Eine neue Erfahrung

 

Jetzt stehst du vor mir. Lange habe ich auf diesen besonderen Augenblick gewartet. Ich sehe dich so an, nackt, Vollkommen in deiner Unvollkommenheit. Hier und da verziert von ein paar Narben und trotz allem finde ich dich wunderschön. Ich frage mich, ob du dich auch so gut anfühlst, wie ich es mir vorstelle.

 

Ich setzte mich auf dich drauf und rutsche aufgeregt und neugierig auf dir hin und her. Du scheinst schon sehr hart zu sein, aber irgendwas passt noch nicht so richtig. Ich helfe noch mal nach und reibe noch etwas an dir herum. Jetzt ist es besser, aber immer noch nicht optimal.

 

Ich drehe dich auf die Seite und liege jetzt neben dir. Ich dachte, dir fällt was ein, aber wir liegen einfach so da. Ich frage mich ernsthaft, ob bei dir ´ne Schraube locker ist!

 

Mittlerweile liegst du auf mir und wir bewegen und ganz komisch hin und her. Irgendwie finden wir unseren Rhythmus nicht. Mir scheint, wir zwei passen nicht so recht zusammen.

 

Jetzt hast du mir auch schon beinahe ein paar Zähne ausgeschlagen... aber ich bin gerade noch mal mit einem blauen Auge davongekommen. Ich habe Kratzer an meinen Armen und mein Knie tut weh. Während ich so darüber nachdenke, ob das Ganze überhaupt einen Sinn macht, beiße ich mir auf die Lippe. Aber nicht vor Leidenschaft... Irgendwie hast du es geschafft, dass ich mir meinen Finger eingeklemmt habe.

 

Es reicht! Ich schubse dich von mir runter und du liegst einfach so da. Bewegungslos. Sagst kein Wort. Ich habe das Gefühl, es interessiert dich nicht, was da gerade alles zwischen uns passiert ist.

Ich schrei´ dich an. Nichts. Ich trete auf dich ein. Nichts. Ich verlasse wütend das Zimmer und frage Google nach ähnlichen Erfahrungen. Sie wollen Details wissen, aber so gut kenne ich dich doch gar nicht.

 

Nach einiger Zeit gehe ich zurück und sehe dich da so friedlich liegen. Beinahe habe ich ein schlechtes Gewissen. Ich schalte das Licht aus und wir schlafen Rücken an Rücken ein.

 

Am nächsten Morgen ist mir klar: so etwas mache ich nie wieder!

Oder ich hole mir eine erfahrene dritte Person hinzu, eine, die mir währenddessen Anweisungen gibt...

 

Einen Stuhl zu reparieren ist wirklich nicht einfach!

Echt leben

Wie ist das eigentlich so in der Realität?
Im "real life" sozusagen.
So außerhalb von "social media", von facebook und kontrollierenden blauen Häkchen?
Von Chats, die sagen, wann ich zuletzt "online" war...
So als würde der online-Status etwas über die echte Lebenszeit aussagen.
Ich male meinem Gegenüber, wenn er mit mir redet, auch nicht plötzlich zwei blaue Häkchen auf die Stirn.

Bei mir leuchten ja auch nicht drei Punkte auf, wenn ich gleich etwas sage...
 

Wie ist das, wenn ich plötzlich feststelle, dass eine Kuh nicht lila, sondern einfach nur schwarz-weiß ist? Und dass die Flecken selbst mit dem besten Fleckenentferner nicht rausgehen, sondern dass das einfach so soll, das sie einfach so gemeint ist, wie sie ist. Mit Flecken.

 

Wie ist das, wenn ich plötzlich feststelle, dass die virtuelle Welt niemals die Realität ersetzen kann und ein YouTube Channel niemals einen solchen (Live) Abend?
Wie ist das, wenn ich jemanden aus meiner Freundesliste entferne und dem dann auf der Straße begegne? Klicke ich dann auch einfach auf „entfernen“? Ist das so einfach? Wirklich?

 

Wie ist das, wenn ich mich kaum noch mit meinem Gegenüber befasse, weil mich die neueste „Message“ ablenkt? Wenn ich eine Aufmerksamkeitsspanne von W bis T auf der Tastatur habe und dabei nicht mehr weiß, was das Wort dazwischen eigentlich bedeutet? Wert. Was ist es mir Wert? Lässt sich Wert messen?

 

Was macht das mit uns, wenn wir plötzlich Apps haben, auf denen wir Menschen wegwischen... und wir im realen Leben auch plötzlich so mit Menschen umgehen? Wenn wir mit dem Wort Respekt nicht mehr viel anfangen können?

 

Was passiert, wenn wir plötzlich feststellen, dass die Welt keine Fashion Show ist und nicht nur aus Size 0 Models besteht? Was passiert mit dieser Scheinwelt, wenn sie zusammenbricht? Zeigt sich da etwa das echte Leben? Mit Schicksalsschlägen und so gar nicht rosa-rot?

 

Wenn wir aber wieder feststellen, dass wir echte Menschen mit echten Emotionen sind und wir wieder anfangen miteinander, statt übereinander oder aneinander vorbei zu reden,
wenn wir wieder zuhören, also bereit sind zu geben und zu nehmen, dann, ja dann... sind wir wieder im Leben angekommen und in der Lage eine echte Beziehung zueinander aufzubauen.

 

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Vergiss nicht das Licht

 

Es gibt nicht viel, was ich noch nicht hörte,

es gibt eine Menge, was mich schon störte.

Es gibt einiges, was mich empörte,

und doch... bedarf es jetzt einiger Worte:

 

Ich nahm es hin,
suchte dennoch unentwegt nach dem Sinn.
Versuchte das Ganze in Worte zu fassen,
musste aber doch schnell passen.

 

Ich gab dem Thema Farbe und Form,
es passte dennoch in keine Norm.
Versuchte es festzuhalten auf einem Bild,
jeder Versuch scheiterte, es ist frei und wild.

 

Keine Grenzen, weder Form noch Farbe,
alles was sich zeigt ist eine Narbe.
Halt gibt kein Rahmen und keine Norm,
was übrig bleibt ist konform.

 

Es fällt aus dem Rahmen und liegt nun am Boden.
Kalt, schmutzig und nass.
Verletzt.
Hilflos.
Einsam.
Dennoch nicht Hilfesuchend.

 

Es schaut sich um, realisiert und erkennt,
fragt sich „Habe ich etwa den Anschluss verpennt?“
Klopft sich den Staub ab am dunklen Ort,
wünscht sich dennoch nicht hinfort.

 

Erkennt und realisiert den Ort,
hat nichts dafür übrig, nicht mal ein Wort.
Raus aus dem Dunkel, zurück ins Leben,
eine Garantie wird es niemals geben.

 

Dunkel kann es immer wieder werden,
denn eines Tages müssen wir alle sterben.
Bis dahin bleibt aber noch Zeit,
Zeit, die genutzt werden will, also mach dich bereit!
 

Geh´ raus ins Leben,
denk´ nicht an später und an „so macht man das eben“!
geh´ jetzt und hier und lebe dein Kino,
verschiebe nicht dein Leben auf nächsten Monat oder „in fünf Kilo“.

 

Ein kleines Licht hab´ ich nun immer dabei,
für den Fall, dass ich mal wieder fall´.
Aus Verzweiflung, Enttäuschung, Angst oder Wut,
ich hoffe, dann hab´ ich den Mut,
es auch zu finden,
denn Mut, Mut sollte nicht schwinden.

 

Was übrig bleibt sind Taten,
also lasst uns nicht länger warten und in eine neue Zukunft starten.
Lasst uns nach den Sternen greifen
und nicht länger auf vertane Chancen versteifen.

 

Eine Reise ist lang, drum vergiss nicht das Licht
und die kleine leise Stimme, die innen drin´ in dir spricht.
Höre auf sie, denn sie macht dich aus,
lass niemanden drauf treten, denn das hält sie nicht lang´ aus.

 

Dennoch: sie kommt immer wieder und findet den Mut,
denn sie weiß einfach wie gut sie dir tut.
Eine Verletzung, eine Narbe reicht da nicht aus,
sie bricht immer wieder aus sich heraus und wächst über sich hinaus.

 

Mach es wie die kleine Stimme!

Lebenslange Liebe

Ich liebe dich so lange ich denken kann,

du bist das, was ich mir jederzeit vorstellen kann.

Ich will dir nah sein, will dich spüren,

will dich riechen, dich berühren.

Ich beobachte dich so gern,

von nah und auch von fern.

Der Wind fegt mir um die Ohren,

eine neue Sehnsucht wird geboren.

Du bist so einzigartig, wie sonst keiner,

nichts ist vergleichbar, alles andere kleiner.

Ich liebe dich bei Tag und Nacht,

nichts steht über dir, du hast die Macht.

Es ist heiß und du strahlst so kühl,

wie wohl ich mich doch bei dir fühl´.

In mir wird alles still,

tief drinnen sagt eine Stimme leis "ich will".

Ich will. Hier und Jetzt. Leben. Lieben. Sein.

Du, meine große Liebe, sei bei mir, sei mein.

Kaum fass´ ich dich an, gleitest du mir durch die Hände.

Ich möchte bei dir sein, an einem der schönsten Strände.

Du scheinst so glatt, wenn du dich bewegst, dann in Form von Wellen.

Ich finde dich an bewegenden Stellen.

Ich spüre dich auf meiner Haut, so salzig und so fein.

So nehme ich dich mit nach Haus, in meine Wohnung mit hinein.

Du wirst immer da sein und ich, ich komme immer wieder.

Lass uns zusammen schwingen zu einem deiner Lieder.

Du kannst hart sein und auch weich

und trotz allem machst du mich reich.

Ich verehre dich so sehr,

meine große Liebe, ich und das Meer.

Es kotzt mich an


Eigentlich hasse ich dieses Wort "ankotzen". Es ist irgendwie widerlich. Ja, es ist auch ein Stück weit Ekel mit dabei. Schon allein die Vorstellung reicht da völlig aus, um in mir unzählige unschöne Bilder zu erzeugen.
"Hass" an sich finde ich auch zu hart. Hass ist schon ein sehr starker Gefühlsausbruch. Hass ist so extrem. Ich habe mich zwar schon immer in Extremen wiedergefunden... aber so extrem? Aber es ging ja gar nicht um Hass, es ging ums ankotzen! Also benenne ich meinen Text um:

Es regt mich auf
 

Es regt mich auf, wenn andere zu wissen glauben, wie es mir geht.
Es regt mich auf, wenn sie fragen, wie es mir geht und ich nicht ehrlich antworten darf...
es aber trotzdem tue.
Es regt mich auf, wenn ich zu hören bekomme „du siehst aber gut aus“... dabei sollte es mich eigentlich freuen... Ich sage „Danke“ und stelle mir währenddessen einen knöchernen Zombie vor, der sich vor Augenringen kaum retten kann und sehe Hände, die aus dem Bauch heraus ragen und nach Hilfe suchen.
Es regt mich auf zu hören „Frau Ott, Sie brauchen einen Psychologen“. - „Nein, Sie verstehen das völlig falsch!“ denke ich mir. „Das sind Freudentränen, weil ich so oft bei Ihnen bin und so froh darüber, immer wieder hier zu sein, obwohl Sie mir nicht helfen können!“
Es regt mich auf, dass jeder es besser weiß als ich, wie sich mein Gesundheitszustand verbessern könnte und plötzlich DIE Lösung für eine Krankheit hat, dessen Ursache noch nicht bekannt ist.
Es regt mich auf, mit 32 Jahren zu hören „Sie sind austherapiert, Sie haben alles durch“.
Es regt mich auf, das ich mit Aussagen wie „Ich kann Ihnen nicht helfen, außer Schmerzmittel zu verschreiben“ und „Es gibt keine Heilung“ nicht klarkomme.
Es regt mich auf, dass viele sofort abschalten, wenn sie das Wort „Gebärmutter“ hören.
Es regt mich auf, dass viele es mit „Es gibt Schlimmeres“ abwerten und verharmlosen und somit andeuten, dass meine Trauer und meine Sorge keine Daseinsberechtigung haben.
Es regt mich auf, dass einige nicht verstehen, dass ich auch einfach mal meine Ruhe brauche.
Es regt mich auf, dass einige nicht verstehen, dass ich nicht darüber reden will, weil es eh nur wenige nachvollziehen können, sondern dass ich einfach mal wieder Spaß haben will.
Es regt mich auf, dass mir Psychologen eine Theorie über Stressbewältigung aus dem Lehrbuch nahe bringen wollen, die allerdings in der Praxis so nicht umsetzbar ist.
Es regt mich auf, wenn vor mir eine Frau Vorträge über Schmerzbewältigung hält, in dem es darum geht, einfach auch mal zu meditieren und Entspannungsübungen zu machen und in Schmerzsituationen einfach mal raus an die frische Luft zu gehen und einen Spaziergang zu machen.
Es regt mich auf, dass ich mir dann denke „Nein, in Schmerzsituationen hilft keine Entspannung und kein Spaziergang, da liege ich mit einer Wärmflasche und Medikamenten auf der Couch und weiß nicht, wie ich mich bewegen soll!“
Es regt mich auf, dass es mich so aufregt... weil es einfach nichts ändert, außer meinen Blutdruck zu regulieren, weil der grundsätzlich zu niedrig ist.
Es regt mich auf, selbst über meine Krankheit zu recherchieren, weil zwei Ärzte auch zwei unterschiedliche Meinungen bedeuten.
Es regt mich auf, dass man mit dieser Erkrankung kein Geld verdienen kann, denn dann wäre sie für die Forschung interessanter.
Es regt mich auf, dass die Ursache nicht bekannt ist, denn das macht die Erkrankung so ungreifbar.
Es regt mich auf, dass die Erkrankung so ungreifbar ist, denn das macht mich so unfassbar... wütend.


Es regt mich auf, dass ich wütend sein muss... wütend über entgangene Chancen.
Wütend darüber, nicht mit dieser Leistungsgesellschaft mithalten zu können und somit aufs Abstellgleis geschoben zu werden.
Wütend darüber, beruflich nicht Fuß fassen zu können und immer wieder von vorn anzufangen.
Wütend darüber, dass für uns chronisch Kranke kein Platz im System ist.
Wütend darüber, schon jetzt zu wissen, dass 2016 wahrscheinlich die nächste OP ansteht.

 

Es regt mich nicht nur auf, es macht mich auch müde...
Müde, immer wieder neu zu erklären. Mich und meine Erkrankung.
Müde, immer wieder am Anfang zu stehen.
Müde, immer wieder am Abgrund zu stehen.
Müde, immer wieder hinunterzuschauen, wegzuschauen, reinzufallen und herauszuklettern.

 

Aber es macht mich auch stark.
Es macht mich stark, mich dafür einzusetzen, dass wir gehört werden und dass es anderen Frauen nicht so ergeht.
Es macht mich stark, mich für die Aufklärung einzusetzen.
Es macht mich stark zu kämpfen... auch wenn es mich müde macht.

 

Und auch wenn mich noch so viel ankotzt und ich einiges hasse und dass es mich aufregt, dass es so ist wie es ist und ich es nicht ändern kann und auch wenn es mich müde macht, so macht es mich doch auch stark.

Es ist wie immer


Ich gehe einen Gang entlang.
Es ist derselbe Weg.
Wie immer.
Es sind dieselben Gesichter.
Wie immer.
Es ist dasselbe Geräusch.
Wie immer.
Es sind dieselben Gedanken.
Wie immer.

 

Der Klang.
Wie immer.
Die Farben.
Wie immer.
Der Geruch.
Wie immer.
Der Gang.
Wie immer.
Es ist derselbe eintönige Weg.
Wie immer.

 

Die Menschen haben ihre Masken auf.
Wie immer.
Sie haben unsichtbare Fäden an sich.
Wie immer.
Sie wirken wie fremdgesteuert.
Wie immer.
Keine Emotionen erkennbar.
Wie immer.
Undurchschaubar.
Wie immer.

 

Der Gang endet hier.
Wie immer.
Ich sehe eine Tür.
Wie immer.
Eine weitere Tür.
Wie immer.
Was sich dahinter wohl verbirgt?
Wird es wie immer?


Ich gehe hindurch.
Wie immer.
Ein weiterer Gang.
Wie immer.
Ich gehe ihn weiter.
Wie immer.
Er ist schmal.
Wie immer.
Was ist das für ein Gefühl?
Es ist wie immer.

 

Ich sehe ein grünes Schild.
Ein weißes Strichmännchen scheint einem Pfeil zu folgen.
Er zeigt auf ein weißes Rechteck.
Ich denke, es soll eine Tür darstellen.

 

Ich gehe den Gang weiter entlang.
Wie immer.
In die andere Richtung des Pfeils.
Wie immer.
Dort ist eine weitere Tür.
Wie immer.
Was sich dahinter wohl verbirgt?
Wird es wie immer?
Eine neue Tür - eine neue Hoffnung.
Wie immer.

Freiheit
(m)ein Grund zum Leben

Wann bin ich frei?
Was mache ich dann, wenn ich frei bin?
Darf ich mir die Freiheit nehmen?
Steht sie mir zu, die Freiheit?
Muss ich mir die Erlaubnis holen, frei sein zu dürfen?
Muss mich jemand frei sprechen?

Freiheit ist kein Traum.
Oft bewegen wir uns hinter unsichtbaren Gitterstäben.
In einem unsichtbaren Käfig.
Aus Angst.
Aus Angst frei zu sein.
Wirklich frei zu sein.
Gitter geben Halt.
Gitter geben Sicherheit.
Gitter umgeben mich, sind mir nahe.
Gitter geben Schutz.

Oft ist die Käfigtür nur angelehnt oder vielleicht gar nicht vorhanden.
Ich sehe alles durch meinen Käfig, aber ich kann nicht eingreifen.
Alles ist so greifbar nahe, aber ich kann von hier aus nicht handeln.
Ich bin unbeteiligt, schutzlos ausgeliefert und dennoch geschützt.

Meine eigenen Gitter.
Ich habe sie erschaffen.
Eigens für mich.

Gitter bieten eine Scheinwelt.
Gitter machen einsam.
Gitter sind kalt.
Gitter haben keine Gefühle.

Was passiert außerhalb des Käfigs?
Was ist hinter den Gittern?
Weg ist die Sicherheit.
der Schutz,
der Halt.
Weg ist der Schein,
die Enge,
der Druck.
Weg ist die Illusion,
die Begrenzung,
die selbst errichteten Schranken.

Dort ist...
Nichts.
Und gleichzeitig Alles.
Offenheit.
Weite.
Ein Leben ohne Wenn und Aber.

Nur ein Traum?
Nur eine weiterere Wunschvorstellung?
Nur eine hoffnungsvolle Illusion?


(M)Ein Grund zum Leben.

Denn in Wahrheit... gibt es gar keine Gitter...
Es gibt nur diesen Text.
Diesen Text über selbst erschaffene unsichtbare Gitter.

Mein Weg

Große Steine.
Stolpersteine.
Felsen.
Kies.
Spitze Steine.
Pflastersteine.
Auf meinem Weg.
Immer wieder.
Immer mehr.
Ich räume sie weg.
Sie sind wieder da.
In meinem Schuh.
Ich gehe barfuß.
Ich habe keinen Schutz mehr.
Ich gehe weiter.
Ich bin verletzt.
Ich gehe weiter.
Ich habe Narben.
Ich gehe weiter.
Sie reißen auf.
Weiter und weiter.
Sie gehören zu mir.
Es ist mein Weg.
Und ich gehe ihn weiter.

Verstellt?

Aufgestellt.
Hingestellt.
Weggestellt.
Umgestellt.
Richtig gestellt?

Gefangen

Gefangen zwischen zwei Welten,
zwischen zwei Wahrheiten,
zwischen zwei Wirklichkeiten.
Auf der einen Seite ist das Leben.
Auf der anderen... das Leben.
Erleben. Ausleben. Einfach Leben.
Was ist einfach? Was ist Leben?
Welche Wirklichkeit ist für mich bestimmt?
Bestimmung. Führung. Leitung.
Unterordnung. Klassifizierung.
Der bessere Mensch.
Frustration.
Frustration darüber, nichts ändern zu können.
Machtlosigkeit. Unverständnis. Resignation.

Ich will leben

Alles zieht an mir vorbei. Raum. Zeit. Ort. Menschen. Das Leben. Freunde. Geliebte Menschen.
Wer bin ich. Wo bin ich. Warum bin ich.
Wo liegt der Sinn des Ganzen.
Wozu das alles. Wozu das ständige „gejagt werden“.
Identifikation mit dem Beruf. Schnell. Schnell, sonst ist das Leben vorbei und du hast nichts erreicht.
Erreichen, wofür.
Für mich.
Was bringt es mir, wenn ich nicht mehr bin. Was sagt das alles aus. Was bringt es mir, dann sagen zu können „zu Lebzeiten war ich jemand ganz Großes. Ich habe von morgens bis abends gearbeitet.“
Macht das allein glücklich.
Was ist Glück.
Es ist das Leben.
Es ist sagen zu können, ich liebe.
Ich will alles hinter mir lassen. ICH WILL LEBEN!!!

Eine andere Welt
Leben in einer anderen Welt...

So fern und doch so nah,
nur ein Schritt und ich bin da.
Die Möglichkeit, jederzeit dorthin zu gehen,
mich dort ungezwungen umzusehen,
so still und auch geheimnisvoll,
so klar und auch so friedvoll.
Im Innern diese tiefe Stille,
im Innern dieser freie Wille.
Dieses Gefühl, frei von Leid,
dieses Gefühl von Weite, Freiheit.
Ein Tor, jederzeit für mich offen.
Dieses Tor, es lässt mich hoffen.
Nähe, Wärme, Zuversicht,
in der Ferne, es ist ein Licht.
Mir selbst ganz nah,
im Jetzt und Hier, für immer da.

Licht und Schatten

Und ich wurde unsichtbar.
Und ich führte ein Leben als Schatten.
Und ich blickte hinter diesen Schatten.
Und ich fand alles, was dorthin führte.
Hinter diesen Ereignissen, die sich Leben nannten,
hinter diesen Manipulationen, dieser Erziehung,
fand ich jedoch viel mehr.
Ich fand Licht, fand Begabung, fand Talent.
Ich fand Berufung und Spiritualität.
Ich fand Friede, Stille und ich fand Liebe.
Ich beginne das Leben und mich zu leben.
Mein Leben. Ich. Jetzt.

Ärgernis
-Unsichtbar war gestern-

Ärger wird jetzt nicht mehr verdrängt, sondern beschrieben, umschrieben, aufgeschrieben und schließlich abgeschrieben. Schluss mit krank machenden Ersatzdienstleistern, die glücklich machen sollen, es aber doch nicht tun und letztendlich nur Schaden zufügen. Schluss mit der Verdrängung, her mit dem Tageslicht. Hell, heller, sichtbar.

Hinterfragen

Warum muss ich alles hinterfragen?
Warum muss ich das Hinterfragen hinterfragen?
Warum muss ich das Hinterfragen des Hinterfragens hinterfragen?
Warum muss ich hinter Fragen fragen?

Alles müssen wir benennen, alles bezeichnen, alles verbieten, alles erlauben, alles besteuern, alles bebauen, alles schützen, alles berechnen.
Dann müssen wir feststellen, dass es umbenannt werden muss, ganz abgeändert wird, zugelassen wird, verboten wird, die Steuern werden erhöht oder neue erfunden, Dinge wieder abgerissen, Schutz aufgehoben, bis er wieder notwendig wird, Berechnungen sind fehlerhaft.

Irgendwer setzt irgendwann irgendwas fest, nur weil er die „Befugnis“ dafür hat?

Schema X. Allgemeingültigkeit.

Stille Kartoffeln sind tief

 

Raue Schale,

harter Kern.

Weichgekocht,

so hätt ich´s gern.

 

Roh nahezu ungenießbar,

zubereitet ein Gedicht.

Plötzlich gekocht,

zeigst du dein wahres Gesicht.

 

Mal würzig aromatisch,

mal ganz fein.

Abwechslungsreich,

so soll es sein.

 

So viele Eigenschaften,

so ereignisreich.

Kartoffel müsste man sein,

so sanft und weich.

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© Claudia Christina Ott